Kurzüberblick

  • Eine Studie im Auftrag der New York Times zeigt massive Fehlerquoten bei Google AI Overviews
  • Hauptgründe: Halluzinationen, Missverständnisse und schlechte Quellen
  • Zero-Click-Suchen werden damit zum echten Risiko
  • Unternehmen haben keine Kontrolle über KI-Antworten
  • Lösung: Klare Inhalte, saubere Struktur, Schema.org und aktives Monitoring

Wenn KI falsch liegt – und niemand es merkt

Eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der The New York Times kommt zu einem alarmierenden Ergebnis:
Google AI Overviews liefern in 1 von 10 Fällen fehlerhafte oder zumindest unzuverlässige Antworten.

Das Problem dabei ist nicht nur die Fehlerquote an sich. Das eigentliche Problem ist: Die Antworten wirken oft überzeugend.

Für Nutzer bedeutet das: Sie verlassen sich auf Inhalte, die falsch sind.

Für Unternehmen bedeutet das: Ihre Inhalte können falsch dargestellt werden – ohne dass Sie es merken oder beeinflussen können.

Warum KI so oft danebenliegt

Die Ursachen sind kein Zufall, sondern systembedingt. Drei Faktoren stechen besonders hervor:

1. Halluzinationen: Wenn KI Antworten erfindet

KI-Systeme sind darauf trainiert, plausible Antworten zu generieren – nicht zwingend richtige. Das führt dazu, dass Inhalte „zusammengebaut“ werden, auch wenn die Faktenlage unklar ist. Das Ergebnis: Aussagen, die logisch klingen, aber schlicht falsch sind.

2. Missverständnisse durch schlechte Inhalte

Selbst korrekte Inhalte können falsch interpretiert werden.

Typische Ursachen:

  • verschachtelte Sätze
  • unklare Formulierungen
  • fehlende Struktur
  • widersprüchliche Aussagen auf derselben Seite

Die KI „liest“ nicht wie ein Mensch – sie interpretiert Muster. Und wenn diese Muster unklar sind, entstehen Fehlinterpretationen.

3. Schlechte Quellen: Reddit, Foren & Co.

KI greift häufig auf frei verfügbare Inhalte zurück – darunter auch:

  • Foren
  • User-generated Content
  • veraltete oder unmoderierte Quellen

Das Problem: Falsche Aussagen werden übernommen und weiterverbreitet.

Die KI unterscheidet nicht immer zuverlässig zwischen:

  • fundierter Expertise
  • subjektiver Meinung
  • schlicht falschen Behauptungen

Was das für Nutzer bedeutet: Zero-Click ist riskant

Die große Gefahr liegt im Verhalten der Nutzer.

Viele Menschen:

  • lesen nur die KI-Zusammenfassung
  • klicken nicht mehr auf Quellen
  • hinterfragen die Antwort nicht

Das ist die klassische Zero-Click-Search – und genau hier liegt das Risiko.

Empfehlung:

Verlassen Sie sich nie ausschließlich auf die KI-Antwort.

  • Prüfen Sie die Quellen
  • Öffnen Sie die Originalseiten
  • Hinterfragen Sie die Aussage

Gerade bei wichtigen Entscheidungen gilt: Vertrauen ist gut – Quelle ist besser.

 

Was das für Unternehmen bedeutet: Kontrollverlust

Für Websitebetreiber ist die Situation noch kritischer.

Denn:

  • Sie haben keine Kontrolle, wie Ihre Inhalte dargestellt werden
  • Sie können keine Korrektur erzwingen
  • Es gibt keinen Einspruchsmechanismus

Die KI entscheidet selbst:

  • welche Inhalte verwendet werden
  • wie sie interpretiert werden
  • wie sie dargestellt werden

 

Was Sie jetzt tun müssen

Wenn Sie in KI-Antworten sichtbar sein wollen – und zwar korrekt –, müssen Sie Ihre Inhalte anpassen.

1. Inhalte müssen korrekt und vollständig sein

  • keine Halbwahrheiten
  • keine verkürzten Aussagen
  • klare, belastbare Fakten

KI verstärkt Fehler – sie korrigiert sie nicht.

2. Verständlich schreiben – auch für Maschinen

Vermeiden Sie:

  • lange Schachtelsätze
  • doppeldeutige Formulierungen
  • unnötige Komplexität

Setzen Sie auf:

  • klare Aussagen
  • einfache Satzstrukturen
  • logischen Aufbau

Gute Texte funktionieren heute für Menschen und Maschinen gleichzeitig.

3. Struktur schlägt Stil

Achten Sie auf:

  • klare Überschriften
  • saubere Absätze
  • logische Gliederung

Auch wichtig:

  • Tabellen nur sinnvoll einsetzen
  • keine visuelle „Spielerei“ ohne klare Aussage

Struktur ist für KI oft wichtiger als Design.

4. Strukturierte Daten – Schema.org ist Pflicht

Mit Schema.org geben Sie der KI eine klare Orientierung:

  • Was ist ein Produkt?
  • Was ist eine Dienstleistung?
  • Wer ist das Unternehmen?

Strukturierte Daten reduzieren Interpretationsfehler massiv.

5. Keine Ironie, kein Clickbait

Was gut für Social Media funktioniert, ist für KI oft fatal:

  • ironische Aussagen
  • bewusst missverständliche Überschriften
  • Clickbait

KI versteht keinen Humor – nur Text.

6. Monitoring: Wissen, was über Sie gesagt wird

Nutzen Sie Tools wie Google Alerts:

  • Beobachten Sie neue Inhalte im Web über Ihr Unternehmen
  • Reagieren Sie auf Fehlinformationen
  • Fordern Sie (wenn möglich) Korrekturen ein

Wer nicht beobachtet, verliert die Kontrolle über seine digitale Wahrnehmung.

Fazit: Sichtbarkeit im KI-Zeitalter ist keine Selbstverständlichkeit

Die Studie zeigt vor allem eines: KI ist kein verlässlicher Wahrheitslieferant.

Aber sie ist bereits heute:

  • zentraler Einstiegspunkt für Informationen
  • Gatekeeper für Sichtbarkeit
  • Multiplikator für Inhalte – richtig oder falsch

Für Unternehmen bedeutet das:

GEO (Generative Engine Optimization) wird zur Pflicht.

Denn:

  • Plattformen kommen und gehen
  • Algorithmen ändern sich
  • KI-Systeme bleiben

Oder anders gesagt: Wer nicht für KI optimiert, wird von KI falsch verstanden.

Wollen Sie, dass KI Ihre Website richtig versteht?

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Stephan Schmatz. Foto © Alexander Pfeffel

Stephan Schmatz

Der Niederösterreicher ist spezialisiert auf GEO und GEO-orientierten Content – mit fast 30 Jahren Erfahrung in digitaler Sichtbarkeit. Seine Weiterbildungen bei globalen Konzernen und internationalen Universitäten sichern fundiertes Know-how für nachhaltige KI-Sichtbarkeit. Mit visibilitas.at unterstützt er KMU, EPU und Freiberufler:innen dabei, in KI-gestützten Suchen sichtbar zu werden.

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