Kurzüberblick

  • JavaScript lädt Inhalte oft erst während dem Scrollen auf einer Website nach.
  • Menschen warten darauf – KI-Bots und manche Crawler oft nicht.
  • Wichtige Informationen sollten deshalb direkt in HTML verfügbar sein.
  • Zu viele Effekte sind wie eine langweilige PowerPoint-Präsentation: Irgendwann hört das Publikum auf zuzuhören.
  • Testen Sie Ihre Website einmal mit deaktiviertem JavaScript – entscheidend sind Texte und Links, nicht Bilder.

Viele Unternehmen investieren viel Geld in moderne Websites. Animationen, einfliegende Texte, Bilder, die sich langsam aufbauen, interaktive Elemente – all das sieht beeindruckend aus. Doch genau diese Effekte können dazu führen, dass Suchmaschinen und vor allem KI-Systeme wichtige Inhalte gar nicht oder nur unvollständig erfassen.

Die gute Nachricht: Sie müssen dafür kein IT-Experte sein. Mit einem einfachen Vergleich lässt sich das Problem gut verstehen.


Was bedeutet „Inhalte werden mit JavaScript nachgeladen“?

Stellen Sie sich eine PowerPoint-Präsentation vor. Auf der ersten Folie ist zunächst nur die Überschrift zu sehen. Nach einer Sekunde erscheint der erste Absatz. Danach fliegt von links ein Bild herein. Anschließend gleitet eine Liste von rechts ins Bild. Zum Schluss erscheint noch ein Diagramm. Für die Zuschauer wirkt das oft lebendig und abwechslungsreich. Genau nach diesem Prinzip funktionieren viele moderne Websites.

Beim Öffnen der Seite ist zunächst nur ein Teil des Inhalts vorhanden. Weitere Texte, Bilder oder ganze Bereiche werden erst nachträglich geladen. Verantwortlich dafür ist meistens JavaScript – eine Programmiersprache, die Webseiten interaktiv macht.

Für Besucher funktioniert das in der Regel problemlos. Sie merken oft gar nicht, dass Inhalte erst nachgeladen werden.


Warum ist das für KI ein Problem?

Ein Mensch wartet einfach einen Moment. Ein Computerprogramm tut das nicht unbedingt. Eine Anforderungen, die Benutzer wie Sie und ich an KI-Chatbots, KI-Zusammenfassungen und digitale Assistenten stellen ist ja, möglichst schnell Antworten zu erhalten. Viele KI-Systeme und einige Crawler sind daher darauf ausgerichtet, Webseiten möglichst schnell analysieren. Sie holen sich zunächst den Inhalt der Seite und entscheiden dann, ob sie weiterlesen. Wenn wichtige Informationen erst später erscheinen, besteht die Gefahr, dass sie gar nicht mehr berücksichtigt werden. Das ist ungefähr so, als würde jemand den Vortrag nach der dritten Folie verlassen – und die wichtigsten Informationen kämen erst auf Folie zehn.


Die PowerPoint mit zu vielen Effekten

Vielleicht kennen Sie solche Präsentationen:

  • Jede Überschrift fliegt ein.
  • Jedes Bild dreht sich.
  • Jeder Aufzählungspunkt erscheint einzeln.

Nach kurzer Zeit wird das Publikum ungeduldig. Nicht weil die Inhalte schlecht wären, sondern weil das Ganze einfach zu lange dauert. Irgendwann hören die Menschen nicht mehr richtig zu.

Mit Websites kann etwas Ähnliches passieren. Je mehr Inhalte erst nachgeladen werden, desto größer wird das Risiko, dass Bots irgendwann aufhören zu warten. Der Besucher sieht später zwar eine vollständige Website – der Bot hat sie aber möglicherweise schon längst verlassen.


Betrifft das auch Suchmaschinen?

Nicht alle Bots arbeiten gleich.

Große Suchmaschinen wie Google oder Bing können JavaScript heute oft sehr gut verarbeiten. Sie investieren enorme Rechenleistung, um Webseiten ähnlich wie ein Browser vollständig darzustellen. Die Crawler der Suchmaschinen besuchen Websites in regelmäßigen Abständen und speichern die Informationen dann in ihren Suchindizes.

Viele KI-Bots arbeiten jedoch anders. Sie möchten Millionen oder sogar Milliarden Webseiten möglichst schnell erfassen – und das nicht in regelmäßigen Abständen, sondern in Echtzeit, nämlich genau dann, wenn Benutzer eine Frage stellen, zu der es auf dieser oder jener Website eine Information geben könnte. Deshalb lesen einige von ihnen hauptsächlich den HTML-Code der Seite und führen JavaScript gar nicht oder nur eingeschränkt aus.

Das bedeutet nicht, dass KI grundsätzlich kein JavaScript versteht. Es bedeutet lediglich, dass Sie sich nicht darauf verlassen sollten.


Warum das gerade für GEO wichtig ist

Im Bereich der Generative Engine Optimization (GEO) geht es darum, dass KI-Systeme Ihre Inhalte möglichst zuverlässig verstehen können. Deshalb gilt eine einfache Regel:

Alles, was für Ihre Kunden wichtig ist, sollte möglichst früh und direkt im Seiteninhalt vorhanden sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Ihre Leistungen
  • Ihre Produkte
  • Ihre wichtigsten Vorteile
  • Kontaktinformationen
  • Öffnungszeiten
  • Standorte
  • FAQs
  • Links zu wichtigen Unterseiten

Animationen und interaktive Elemente dürfen natürlich weiterhin verwendet werden. Kritische Informationen sollten jedoch nicht ausschließlich erst später erscheinen.


Ein einfacher Selbsttest

Sie können selbst ausprobieren, wie gut Ihre Website ohne JavaScript funktioniert. Nehmen Sie dazu einfach einen Browser, den Sie normalerweise nicht verwenden. Geeignet sind beispielsweise Brave, Vivaldi, EcosiaDuckDuckGo,oder ein anderer alternativer Browser.

Deaktivieren Sie dort JavaScript (Wie Sie JavaScript auf diversen Browsern aktivieren können, erfahren Sie hier! Um JavaScript zu deaktivieren wählen Sie einfach die gegenteilige Aktion.) und öffnen Sie anschließend Ihre Website.

Achten Sie dabei nicht auf das Design. Auch fehlende Bilder oder hübsche Animationen sind in diesem Test völlig unwichtig.

Stellen Sie sich stattdessen folgende Fragen:

  • Sind die wichtigsten Texte noch vorhanden?
  • Funktionieren die wichtigsten Links?
  • Kann ich erkennen, welche Leistungen angeboten werden?
  • Sind Kontaktinformationen sichtbar?
  • Würde ein Mensch den Inhalt grundsätzlich verstehen?

Wenn diese Fragen mit Ja beantwortet werden können, sind Sie bereits auf einem guten Weg.


Fazit

Moderne Websites dürfen selbstverständlich modern aussehen, doch eine Website sollte ihre wichtigsten Inhalte nicht hinter einer langen Kette aus Animationen, Effekten und nachgeladenen Elementen verstecken.

Menschen sind ungeduldig und Bots sind es oft noch viel mehr. Wer seine Inhalte möglichst früh und klar bereitstellt, verbessert nicht nur die Zugänglichkeit für Suchmaschinen und KI-Systeme, sondern sorgt auch dafür, dass Besucher schneller finden, wonach sie suchen.

Gerade im Zeitalter der KI gilt daher mehr denn je: Gute Inhalte sollten nicht erst am Ende der Präsentation erscheinen.

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Stephan Schmatz. Foto © Alexander Pfeffel

Stephan Schmatz

Der Niederösterreicher ist spezialisiert auf GEO und GEO-orientierten Content – mit fast 30 Jahren Erfahrung in digitaler Sichtbarkeit. Seine Weiterbildungen bei globalen Konzernen und internationalen Universitäten sichern fundiertes Know-how für nachhaltige KI-Sichtbarkeit. Mit visibilitas.at unterstützt er KMU, EPU und Freiberufler:innen dabei, in KI-gestützten Suchen sichtbar zu werden.

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